Station 9: Trinitatiskirche – Der evangelische Dom

Der erste evangelische Kirchenbau in Köln

Die Trinitatiskirche ist die erste, eigens für die Evangelische Gemeinde Köln erbaute Kirche. Friedrich August Stüler errichtete sie in der Zeit von 1854 bis 1860. Durch die Zunahme der Protestanten auf über 10.000 Gläubige im Kölner Stadtgebiet war die Antoniterkirche zu klein geworden. Eine Erweiterung oder ein Neubau auf der Schildergasse, der Erwerb einer ungenutzten katholischen Kirche oder ein kompletter Neubau an einem anderen Platz wurden erwogen. In die Planungen war König Friedrich Wilhelm IV. (1795 – 1861) miteinbezogen. Seine Forderung galt einem „protestantischen Dom“. Dieser hatte sich aber deutlich vom gotischen „Baustil in seiner größten Vollendung“, wie er ihn am Kölner Dom sah, abzugrenzen. Daher sprach er sich für einen Neubau im „altchristlichen Stil“ aus.

Einheit von Thron und Altar

Es entstand eine dreischiffige Emporenbasilika, die eine Vorhalle aufweist. Der freistehende Turm erinnert wie der gesamte Kirchenbau an Bauformen der frühchristlichen Architektur. Das steht auch für das Selbstverständnis von Friedrich Wilhelm IV. und die Legitimation seiner Herrschaft: Die frühe Kirche war noch „eine“ Kirche und stand unter der Führung des römischen Kaisers, die evangelische Kirche Preußens unter der des preußischen Königs.

Friedrich Wilhelm IV. sah sich als oberster Kirchenherr von Gottes Gnaden. Damit ist die Trinitatiskirche weniger Kathedrale mit der „Kathedra“ als Ausdruck bischöflicher Lehrbefugnis als „Domus Episcopi“, Haus des Bischofs, für den „Summus Episcopus“, den preußischen König als obersten Bischof. Dieser „protestantische Dom“ ist gestalteter Anspruch weltlicher Führung über das Christliche, verkörpert durch den König, den Herrn über Thron und Altar. Die Vollendungsfeierlichkeiten zum Kölner Dom im Jahre 1880 wurden am Geburtstag von Friedrich Wilhelm IV. am 15. Oktober in dieser Kirche festlich mit einem Gottesdienst begonnen. Er fand in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm I. und der Kaiserin  Augusta statt.

Kirche für alle Menschen

Nach großen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Trinitatiskirche wiederaufgebaut, sodass ihr klares Raumgefüge wirkungsvoll zur Geltung kommt. Seit 2010 erklingt in der Kirche eine bedeutende Orgel der Bonner Orgelmanufaktur Johannes Klais. Seit der Trinitatiskirche keine Gemeinde mehr zugeordnet ist, dient sie dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region als überregionale Kulturkirche. Sie ist Ort für besondere Gottesdienste, Konzerte, Inszenierungen, Bildungsangebote und viele Kulturveranstaltungen.

Ort der Station 9

Die Trinitatiskirche liegt südlich des Heumarktes in der Straße Filzengraben. Hier soll in Zukunft eine Stele auf die neunte Station der VIA REFORMATA verweisen.